Nachhaltigkeit: ein sinnvolles Modewort?

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Nachhaltigkeit: Modebegriff mit tieferem Sinn?

Das bedeutet es, wenn wir nachhaltig wirtschaften und leben

Es ist in aller Munde und in aller Ohren: das Wörtchen „Nachhaltigkeit“. Wer nicht nachhaltig denkt und agiert, scheint den Trend der Zeit verpasst zu haben, Unternehmen, die nicht nachhaltig produzieren, brauchen sich auf dem Markt eigentlich gar nicht mehr blicken zu lassen. Aber was genau bedeutet dieser vielversprechende Ausdruck? Hat er einen tieferen Sinn oder ist er am Ende nur eine weitere schicke, aber leere Worthülse wie der kaum fassbare „Mehrwert“?

Die Geschichte der Nachhaltigkeit

Um diese Fragen zu beantworten, schauen wir uns zuerst einmal das Wort als solches an, das der Duden so erklärt:

1. längere Zeit anhaltende Wirkung

2. a) forstwirtschaftliches Prinzip, nach dem nicht mehr Holz gefällt werden darf, als jeweils nachwachsen kann.
b) Prinzip, nach dem nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils nachwachsen, sich regenerieren, künftig wieder bereitgestellt werden kann.

So allgemeingültig die erste Definition des Dudens ist, so konkret ist vor allem seine nur auf die Forstwirtschaft bezogene Definition 2 a). Das liegt an der historischen Entwicklung der Nachhaltigkeit: Das Prinzip einer bewusst nachhaltigen Ressourcennutzung gibt es offiziell seit dem frühen 18. Jahrhundert, als im Jahr 1713 der Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz das ausformulierte, was für nicht-industrialisierte und nicht-konsumorientierte Völker immer eine Selbstverständlichkeit gewesen ist: In der Forstwirtschaft dürfe nur so viel Holz geschlagen werden, wie auch wieder nachwachsen könne, sonst stünde der Mensch bald vor seiner selbst verschuldeten Holzlosigkeit. Nach dem 2. Weltkrieg und dem allgemeinen Anstieg von Massenproduktion und Konsum wurde das Prinzip der Nachhaltigkeit offiziell erweitert, auf alle anderen Rohstoffe übertragen und in den Duden als Definition 2 b) aufgenommen.

Drei nachhaltige Strategien: Effizienz, Konsistenz, Suffizienz

Um den Begriff zu vereinheitlichen und mit ihm auch in der Praxis arbeiten zu können, wurden seit den 1980er Jahren verschiedene wissenschaftliche Modelle zum Thema Nachhaltigkeit entwickelt. Die meisten dieser Modelle fassen die Wirkungsräume der Nachhaltigkeit in drei Gruppen zusammen: Ökologie, Ökonomie und Soziales und benennen drei Strategien, mit denen Nachhaltigkeit umgesetzt werden kann:

1. Strategie: Effizienz

Die vorhandenen Ressourcen sollen durch innovative Prozesse und Technologien ergiebiger eingesetzt werden.


2.  Strategie: Konsistenz

Technik soll nicht gegen, sondern mit der Natur arbeiten und sie beispielsweise durch Kreisläufe oder Wiederverwertung stärken.


3. Strategie: Suffizienz

Ressourcen sollen überall, wo möglich, eingespart werden, indem Produktion und Konsum verringert werden.

Vom Hersteller zum Endverbraucher: übergreifende Nachhaltigkeit

Der Begriff „Nachhaltigkeit“ ist also weitaus mehr als ein Modewort und fordert dazu auf, nach Lösungen zu suchen, in denen sich die drei Strategien aktiv anwenden lassen. Viele Unternehmen, die nachhaltig wirtschaften, reichen mit ihren Produkten diese Möglichkeit automatisch an ihre Kunden weiter. Ein Hersteller für Jutebeutel zum Beispiel nutzt nicht nur selbst nachwachsende Ressourcen, sondern hilft auch dem neuen Besitzer des Beutels, auf Plastik zu verzichten.

Mit unserem Laufschuh Infinite One beziehen auch wir von Infinite Running unsere Kunden in unser nachhaltiges Wirtschaften mit ein: Ist der Schuh abgelaufen, muss er nicht im Ganzen entsorgt werden, sondern kann durch die wechselbaren Module an der Sohle immer wieder aufgerüstet werden. Damit reduzieren wir und unsere Kunden Müll und Ressourcen auf das Nötigste und generieren gleichzeitig einen echten finanziellen – Entschuldigung – Mehrwert.

Quellen: (abgerufen am 30.04.2021)

https://www.duden.de/rechtschreibung/Nachhaltigkeit

https://s3-science.org/geschichte-und-ziele/

https://www.relaio.de/wissen/suffizienz-konsistenz-und-effizienz-drei-wege-zu-mehr-nachhaltigkeit/

https://evolution2green.de/sites/evolution2green.de/files/documents/
evolution2green_inputpapier_effizient_konsisten_suffizienz.pdf