Mit den Pollen um die Wette: Laufen mit Heuschnupfen

Von

Das solltest Du beim Laufen während der Pollensaison beachten

Frühlingszeit ist Pollenzeit: Was bedeutet das für Dein Lauftraining?

Die Sonne scheint, die Vöglein zwitschern um die Wette, die Natur grünt und blüht: Kein Zweifel, der Frühling ist gekommen und mit ihm die große Lust, mitten durch ihn hindurchzulaufen und das Spektakel direkt vor Ort zu genießen. Aber was sich in der Vorstellung eben noch so unglaublich gut angefühlt hat, kann in der Realität ziemlich mies enden: Kaum sind die Laufschuhe geschnürt und die ersten hundert Meter zurückgelegt, beginnen die Augen zu jucken, die Nase läuft und das Atmen fällt schwerer. All diese Symptome sprechen für Heuschnupfen, also eine allergische Reaktion auf die Pollen in der Luft, von der laut einer Studie des RKI 12 % der Bevölkerung in Deutschland betroffen sind.

Ausgerechnet beim Laufen kann sich Heuschnupfen stark bemerkbar machen. Zum einen, weil natürlich draußen viel mehr Pollen unterwegs sind als in geschlossenen Räumen. Zum anderen ist es aber auch ein gemeiner Kreislauf, in den Läufer und andere Outdoor-Sportler hineingeraten können: Wer durch Heuschnupfen schlechter Luft bekommt, wird verstärkt durch den Mund atmen – und atmet bei jedem Luftschnappen noch mehr Pollen ein, die sich auf der Lunge festsetzen. Das kann zu Kurzatmigkeit oder Reizhusten führen und sich im schlimmsten Fall zu chronischem Asthma entwickeln.

Ist Laufen mit Heuschnupfen dann überhaupt möglich? 

Ob Du trotz Heuschnupfen laufen gehen kannst, lässt sich nicht pauschal beantworten. Wenn Du sehr genau auf Deinen Körper achtest und ein paar Vorkehrungen triffst, kann es klappen, dass Du Dein Training auch während der Pollensaison nicht unterbrechen musst. Darüber hinaus stärkt Ausdauertraining die Lunge, sodass Dein Körper durch regelmäßiges Laufen im Idealfall sogar besser mit dem Heuschnupfen fertig wird.
Werden Deine Symptome aber trotz aller Maßnahmen nicht besser oder gar schlimmer, solltest Du Dich unbedingt mit Deinem Arzt absprechen. Spätestens, wenn Kurzatmigkeit, Atemnot oder ein Asthmaanfall hinzukommen, ist das Training vorbei und der Gang zum Arzt Pflicht.

7 Tipps zum Laufen mit Pollenallergie

  • Wähle die richtige Laufstrecke
    Auch wenn Pollen über mehrere Kilometer über die Luft transportiert werden können, ist die Konzentration an ihrem Ursprung natürlich am höchsten. Wenn Du also beispielsweise auf Birkenpollen allergisch reagierst, laufe nicht durch das Birkenwäldchen, sondern wähle eine andere Strecke, vielleicht durch einen Nadelwald.
  • Passe Dein Tempo an

    Dein Körper muss beim Laufen mit Heuschnupfen gleichzeitig Leistung erbringen und gegen die Pollen ankämpfen. Zwinge ihn also nicht zu Höchstleistungen, sondern wähle ein moderates Tempo, in dem er beides noch gut stemmen kann.
  • Pack Dich ein

    Trage zum Laufen eine (Sonnen-)Brille und eine Mütze. Manche Läufer schwören auch auf ein über Mund und Nase gezogenes Halstuch. Mit diesen Hilfsmitteln errichtest Du eine kleine physische Barriere, die verhindern, dass zu viele Pollen an Dir klebenbleiben.
  • Laufe zum richtigen Zeitpunkt
    
Es kann sich lohnen, die Laufroutine nach der Tageszeit auszurichten, denn am frühen Morgen ist die Pollenkonzentration in der Luft noch nicht so hoch und steigert sich erst im Laufe des Tages. Auch das Wetter spielt eine Rolle, bei einem starken Regenschauer beispielsweise werden viele Pollen aus der Luft gespült.
  • Bring keine Pollen mit nach Hause

    Stelle Dich unbedingt nach dem Laufen sofort unter die Dusche und wasche alle Pollen ab, die Dir an Haut und Haaren kleben. Halte für ein möglichst pollenfreies Zuhause auch Deine Fenster und Türen so viel wie möglich geschlossen.
  • Medikamentöse Helferlein
    
Viele Heuschnupfenmittel, sogenannte Antihistaminika, gibt es ohne Rezept in der Apotheke. Die meisten werden in Form von Augentropfen oder Nasenspray lokal dort eingesetzt, wo Dich der Heuschnupfen plagt, Tabletten unterdrücken alle Symptome für ein paar Stunden. Leider haben viele Präparate die Nebenwirkung, dass sie ungeheuer müde machen.
  • Geh zum Arzt!

    Bevor Du eine lange, unbeaufsichtigte Reihe an Selbstversuchen an Dir startest, sprich mit Deinem Arzt. Denn wie gesagt: Von ein bisschen nervig bis richtig gefährlich kann beim Thema Laufen und Heuschnupfen alles dabei sein. Dein Arzt kann Dir die für Dich passenden Medikamente empfehlen und Dir sagen, ob vielleicht auch eine Desensibilisierung in Frage kommt, also eine längerfristige Behandlung, die den Heuschnupfen dauerhaft verringern soll.