Laufen und vegane Ernährung: Das solltest Du beachten

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Vegane Ernährung und Laufen – funktioniert das?

Was Veganer bei ihrem Lauftraining beachten sollten

Immer mehr Menschen in Deutschland haben sich in den letzten Jahren für eine vegane Ernährung entschieden. Wie eine im April 2021 veröffentlichte Umfrage zeigt, ernährten sich 2015 0,85 Millionen Deutsche rein pflanzlich, 2020 waren es schon 1,13 Millionen. In einer weiteren Umfrage von 2020 gaben rund 22 % der befragten Deutschen an, häufig oder ab und zu joggen zu gehen. Bezogen auf die erste Umfrage haben also theoretisch 248.600 joggende Veganer 2020 ihre Runden durch Wald und Flur gedreht.

Diese Zahlen sprechen für sich und zeigen, dass mehr undmehr Menschen ein neues Körperbewusstsein entwickeln und sich durch Bewegungund gesunde Ernährung etwas Gutes tun wollen. Aber ist die Kombination ausveganer Ernährung und Lauftraining wirklich gesund? Was muss ein Veganer, dermit dem Laufen, oder ein Läufer, der mit dem Veganen anfangen will, beachten?

Pflanzliche Ernährung und mögliche Mangelerscheinungen

Wer sich vegan ernährt, muss genau darauf achten, die Nährstoffe, die sonst durch Fleisch und Milchprodukte geliefert würden, mit seiner pflanzlichen Nahrung aufzunehmen. Enthält der Speiseplan beispielsweise zu wenig Eiweiß, Kalzium, Eisen, Omega-3-Fettsäuren oder Vitamin B12, kann es zu Mangelerscheinungen kommen. Das können Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, eine verringerte Ausdauer oder gar depressiven Stimmungsschwankungen sein, also alles miteinander Zustände, die beim Laufen – und natürlich auch im restlichen Tagesablauf – wenig förderlich sind.

Proteine für die Muskeln

Eiweiß, also Proteine, sind für Läufer besonders wichtig, denn diese werden benötigt, um Muskeln aufzubauen. Wird ein Körper mit zu wenig Proteinen versorgt, greift er auf einen Trick zurück und bedient sich bei Bedarf an den Proteinen seiner eigenen Muskeln. Um diesen „Raubbau“ am eigenen Körper zu vermeiden und den Muskelaufbau gezielt zu unterstützten, sollten Läufer also vor und nach dem Training etwas essen, das viele Proteine enthält, so zum Beispiel Hülsenfrüchte, Nüsse, Tofu oder Reis.

Energieschub: Kohlenhydrate

Um laufen zu können, benötigt der Körper viel Energie, die er am effektivsten in Form von Kohlenhydraten aufnimmt. Verbrennt der Körper mehr Energie, als er aufgenommen hat, verliert er an Gewicht. Das ist natürlich von Vorteil für all diejenigen, die beim Laufen ein paar Pfunde abnehmen wollen, wer aber sein Gewicht halten möchte, sollte darauf achten, dass die Energiebilanz zwischen Training und Ernährung ausgeglichen ist. Gemüse liefert bis auf wenige Ausnahmen nur wenig Kohlenhydrate, sodass vegane Läufer ihren Speiseplan immer auch mit kohlenhydratreichen Lebensmitteln wie Kartoffeln, Hülsenfrüchten und Getreide abrunden sollten.

Fazit: pflanzliche Ernährung und Laufen

Unser Fazit: Natürlich kannst Du laufen gehen, wenn Du Veganer bist. Ein Vorteil von pflanzlicher Ernährung ist: Vegane Lebensmittel sind leichter zu verdauen als Fleisch und Milchprodukte und liefern meist mehr Vitamine. Umso mehr Leistung Du allerdings durch Dein Lauftraining erreichen willst, umso mehr solltest Du aber darauf achten, dass Dein Körper all die Nährstoffe bekommt, die er benötigt, um diese Leistung auch wirklich erbringen zu können. Wenn Du merkst, dass Du beispielsweise schnell müde wirst oder unkontrolliert an Gewicht verlierst, kann Dir ein Ernährungstagebuch helfen, einen Überblick darüber zu bekommen, mit welchen Nahrungsmitteln Du effektiv welche Stoffe aufgenommen hast. Auch Dein Arzt kann Dich auf eine Mangelernährung hin untersuchen, weiter gibt es viele Ernährungsberater, die sich auf Veganismus spezialisiert haben, und Dir mit Rat und Tat zur Seite stehen.